Charcot-Fuß

Der Charcot-Fuß ist eine Erkrankung des Fußes, bei der Knochen schnell brechen, ohne dass die Betroffenen Schmerzen empfinden. 95 % Prozent aller Patienten sind Diabetiker. Die Inzidenz einer akuten Erkrankung beträgt beim Diabetiker zwischen 0,15 bis 2,5 % [1]. Der Charcot-Fuß ist eine von mehreren Krankheiten, die unter dem Oberbegriff Diabetisches Fußsyndrom zusammengefasst sind. Benannt ist die Krankheit nach dem Neurologen Jean-Martin Charcot. Ein anderer Begriff, der auf die Ursache der Erkrankung hinweist, ist Neuroarthropathie.

Ursachen für eine Neuroarthropathie

  • Diabetische Polyneuropathie
  • Syphilis
  • Lepra
  • Syringomyelie
  • Meningomyeolocelen
  • angeborene Neuropathien mit Störung der Schmerzwahrnehmung
  • erworbene Neuropathien mit Störung der Schmerzwahrnehmung, z.B. langjähriger Alkoholabusus

Entstehung der Erkrankung

Bis heute ist die Entstehung nicht genau geklärt. Die sogenannte neurovaskuläre Theorie beschreibt eine durch eine nervliche Fehlsteuerung hervorgerufene verstärkte Durchblutung und einen verstärkten Knochenabbau. Die sogenannte neurotraumatische Theorie besagt, dass es bei fehlender Schmerzwahrnehmung durch Überlastung zu wiederholten minimalen Verletzungen der Gelenkflächen kommt, die dann in eine zunehmende Zerstörung des Knochens übergehen, da auch diese zunehmenden Schäden als kaum bis nicht schmerzhaft wahrgenommen werden. Da kein gewöhnliches Schmerzempfinden vorhanden ist, belasten die Betroffenen den gebrochenen Fuß weiter und konsultieren erst einen Arzt, wenn die Schwellung, Rötung und Fehlstellung sehr ausgeprägt ist, doch Schmerzen auftreten oder es im Verlauf zu ebenfalls schmerzlosen Durchspiessungen der Haut durch Knochenfragmente kommt.

Diagnostik

  • Anamnese: ein adäquates Ttauma kann meist nicht genannt werden, oft werden banale Verletzungen angegeben, die aber die Deformität nicht erklären. Werden Schmerzen angegeben, widersprechen sie dem eigenen Schmerzverständis des Untersuchers.
  • Inspetion: im fortgeschrittenen Stadium eine typische Blickdiagnose; der Fuß - meist ist nur ein Fuß betroffen - ist gerötet, geschwollen, oft deformiert, teils auch mit offenen Wunden an Knochenvorsprüngen.
  • Untersuchung: Haut trocken, fehlende Schweißsekretion (und fehlender Schweißgeruch), Hyperkeratosen, überwärmt (Temperaturdifferenz zur Gegenseite > 1°C), die Bewegung des Fußes ist in allen Gelenken trotz der teils drastischen Fehlstellungen schmerzlos, offene Wunden, auch wenn vereitert, können schmerzlos mit chirurgischen Instrumenten untersucht werden, der andere Fuß erscheint oft vollständig unauffällig, zeigt aber ebenfalls eine völlige Gefühllosigkeit. Ins seltenen Fällen können jedoch auch beide Füsse erkrankt sein.
  • Technische Untersuchungen: Röntgendiagnostik,Computertomographie, Kernspintomographie, eventuell eine Leukozytenszintigarphie, um den Verdacht auf eine Osteomylitis auszuschliessen.

Therapie

  • Ein akuter Charcotfuß ist ein dringender Notfall, der sofortiger kompletter Druckentlastung und Behandlung in einer spezialisierten Einrichtung bedarf.
  • zunächst vollständige Ruhigstellung (das bedeutet zu Beginn der Diagnostik und Therapie eine stationäre Behandlung)
  • nach Abklingen der Akutphase Anpassen eines Gipsverbandes, einer Zwei-Schalen-Orthese oder eines speziellen starren Kunststoffverbandes (Total Contact Cast)[2] bis zur kompletten Abheilung der Knochenzertörungen, teils notwendigerweise auch in funktioneller Fehlstellung.
  • Danach Tragen eines speziellen Orthesenschuhs.
  • In einigen Fällen kann eine Amputation des Fußes notwendig sein.[3] In diesem Fall wird eine Unterschenkelorthese angefertigt, mit der der Ortheseschuh getragen werden kann.
  • Normalisierung des Zuckerstoffwechsels durch adäquate Therapie des Diabetes mellitus
  • Schulung des Patienten

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